 Der Beruf Bäcker hat eine jahrhundertelange Tradition und hat sich gerade in Oberfranken besonders gut behauptet. Schließlich hat unsere Region - Stand Ende 2004 - mit 464 Bäckereien die höchste Bäckerei-dichte und damit auch Vielfalt an Brot- Backwaren in der Welt. Auf 1 Bäckerei kommen in Oberfranken 2370 Einwohner, weit mehr als in allen anderen Regionen Bayerns und Deutschlands. Damit ist Oberfranken eine Genussregion aller erster Güte, was die Vielfalt an Backwaren betrifft. Heute sind die Bäcker wie viele andere Handwerksberufe zu Allroundern mit einem hochmodernen Berufsbild geworden. Die Fähigkeit, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen, ist zur großen Stärke dieses Berufs geworden. Und Bäckereiprodukte müssen den hohen Gesundheits- und Umweltansprüchen in Deutschland genügen. Hygiene und richtige Lagerung sind dem Kunden heute genauso wichtig sind wie der gute Geschmack. Und heute stehen in den Bäckereien hochmoderne, computergesteuerte Maschinen, mit denen die unterschiedlichen Teigarten bearbeitet werden. Je nach Einsatzort ist die Fähigkeit gefragt, im Team zu arbeiten oder selbständig bestimmte Arbeitsabläufe zu gestalten. Aber egal, an welchem Platz der Bäcker arbeitet: Das tägliche Brot zu backen, erfordert handwerkliches Können und Sorgfalt. Natürlich sind in den letzten Jahren auch die Berufsanforderungen an das Bäckerhandwerk enorm gestiegen, und natürlich spiegelt sich das auch in der Aus- und Weiterbildung für das Bäckerhandwerk wider. Vor diesem Hintergrund wurde bei der Handwerkskammer im Jahr 1981 eine eigene Bäcker- Schulungswerkstatt mit eigenem Verkaufsraum eingerichtet - vorher fand der Unterricht in der Berufsschule statt. Im Jahr 1981 begann am Berufsbildungs- und Technologiezentrum auch die Meisterausbildung für das Bäckerhandwerk. Bewusst hat die Handwerkskammer in enger Zusammenarbeit mit den oberfränkischen Bäcker- Innungen einen qualitativ anspruchsvollen Meistervorbereitungslehrgang aufgebaut, der 410 Stunden umfasst. Der Praxisanteil spielt dabei in Bayreuth mit einem Umfang von 150 Stunden eine besondere Rolle. Die Genussregion verpflichtet schließlich, und es ist der Anspruch von HWK- Ausbildungsmeister Roland Hacker und den Fachreferenten, die aus führenden Bäckereibetrieben kommen und in Bayreuth unterrichtet, die Meisterschüler so praxisnah wie möglich auszubilden. Auf dem neuesten Stand natürlich, was Technik betrifft. Für den Unterricht stehen in der Bayreuther Schulungswerkstatt der Handwerkskammer computergesteuerte Backöfen und moderne Knetmaschinen, deren Knettemparatur über Infrarot gesteuert wird. Tradition und vor allem natürlich regionale Spezialitäten werden im Unterricht für die jungen Bäckerinnen und Bäcker, die zum Teil sogar aus Unter- und Mittelfranken und der Oberpfalz nach Bayreuth kommen, dabei natürlich nicht vergessen. Ebenso nicht wie die Herstellung moderner, leichter Gebäckarten, die beispielsweise aus Italien und der Türkei zu uns gekommen sind. Viele denken immer noch, dass der Weg zum Bäckermeister sich auf das reine Erlernen der Herstellung von Brot, Brötchen und sonstigem Kleingebäck, Flechtgebäck, Plunder- und Blätterteig erstreckt. Mindestens ebenso wichtig sind für den Bäcker Unterrichtsfächer wie Werkstoffkunde, Lebensmittelchemie, Backtechnologie, technische Mathematik und EDV, Kalkulation und Preisfindung, Betriebsorganisation und natürlich der gesamte Bereich des Marketing bis hin zur Werbung, zur Verkaufsorganisation, Schaufenster-dekoration. Und da gibt es natürlich noch eine ganze Serie von Vorschriften zu Themen wie Lebensmittelrecht, Unfallverhütung oder zur Hygiene. Und Ernährungslehre, Diäten und Krankheiten sind weitere Themen, die im Bäckerhandwerk eine immer größere Rolle spielen. Ein äußerst vielseitiger Beruf also, der in der Schulungs- Bäckerwerkstatt der Handwerkskammer unterrichtet werden muss. Und ein äußerst verantwortungsvoller dazu. Schließlich produziert man Lebensmittel. |